Namibia


Die Kalahari: eine Busch- und Baumsavanne im Süden Afrikas.
2 Jahre habe ich gelebt, zwischen Elefanten und Giraffen,
Springböcken und Zebra, Löwen und Hyänen.
In meiner Schule gab es Giftschlangen
und in der Wüste habe ich über einem Skorpionnest geschlafen!



Namibia! Warum?

Am Anfang des Monats November 2016 haben wir uns entschieden. Wir, das sind meine Eltern, mein Bruder Yoshio und ich. Wir wollten auf unbestimmte Zeit nach Namibia ziehen. Aber wo liegt dieses Land eigentlich genau? Das haben wir uns damals gefragt. Und sicher wissen es auch einige von euch nicht, deshalb will ich es euch erklären. Es liegt in Afrika. Und zwar sehr weit im Süden. Unter Namibia liegt nur noch Südafrika und danach kommt der Atlantische Ozean. Wir wollten in die Hauptstadt von Namibia, nach Windhoek ziehen. Aber nicht deshalb, weil es die Hauptstadt ist, sondern weil es hier die einzige Waldorfschule in ganz Namibia gibt. Jetzt denkt man vielleicht,  Namibia ist ganz klein. Doch wer das denkt, der hat sich geirrt. Es ist nämlich deutlich größer als Deutschland. Und wieso eigentlich an die Waldorfschule? Das kann ich euch auch erklären! Meine Mama ist Waldorferzieherin und mein Papa Waldorflehrer. Ich und mein Bruder gingen bis zu unserer Auswanderung auf die Waldorfschule in Kaltenkirchen. Nun hatten meine Eltern vor, an der Waldorfschule in Namibia zu arbeiten und ich und mein Bruder Yoshio sollten dann Schüler der Schule in Windhoek werden. Wir wussten bis Oktober 2016 nicht, dass in Namibia die Jahreszeiten komplett andersherum als in Deutschland sind. Von daher sind Sommerferien im Dezember. Und wir mussten am Anfang des neuen Schuljahres, das im Januar begann, dort sein. Wir hatten also gerade mal 2 Monate Zeit, alles zu packen, den Umzug nach Namibia vorzubereiten und uns auf die Auswanderung einzustimmen. Und so ging es im Januar 2017 los mit 8 Koffern und 4 vollen Kartons – ca. 9000 km in den Süden!


Kulturen

Bevor ich euch weiter erzähle, wie es mir in Namibia ergangen ist, will ich euch erstmals mit den Bewohnern Namibias bekannt machen. Es ist nämlich nicht so einfach, wie hier in Deutschland, wo es logischerweise hauptsächlich Deutsche gibt. Nein, in Namibia gibt viele Völker.

HERERO
Die Herero sind meist etwas stämmiger gebaut. Sie haben eine ziemlich dunkle und schöne Hautfarbe und die Frauen tragen sehr oft an normalen Tagen ihre Stammesbekleidung. Diese besteht aus einem langen Kleid und einem Hut, der sehr breit ist und an den Spitzen dünn zu läuft.

Ich finde ihre Kleidung sehr hübsch. Was mir wirklich gut gefällt ist, dass man beim Einkaufen, Autofahren und im sonstigen Alltag solch traditionellen Herero oft begegnet. 

Der Charakter der Herero ist gelegentlich etwas herrisch. Angehörige dieser Volksgruppe zeigen In der Regel gerne ihr Missfallen, wenn es nicht nach ihrer Nase läuft.


OSHIVAMBO
„Malelepo“ (phonetisch)….. heißt „Hallo“ in der Sprache der Oschivambos. Sie haben eine sehr weiche, schöne Sprachen und diese Menschen sind eher zärtlich gebaut, haben eine schokoladenfarbige Haut. Sie tragen eine wirklich außergewöhnliche Tracht: sowohl Frauen, Männer und auch Kinder haben pinke Kleidung.

Die Männer sieht man oftmals im Hemd und die Frauen tragen Rock, kombiniert mit einem Top oder ein Kleid.

Die Oschivambos tragen ihre typische Kleidung seltener im Alltag als die Hereos. Die Oschivambos haben eine sehr freundliche und nette Art. 


NAMADAMARA
Wenn ihr es „klicken“ hört, dann könnt ihr euch sicher sein, dass es sich um Damaras oder auch Namadamaras handelt. Diese Sprache ist wirklich erstaunlich, denn es wird gleichzeitig geklickt und gesprochen. Wer dies das erste Mal hört wird sich fragen, ob man davon nicht Zungenmuskelkater bekommt.

In der Schule hatten wir auch das Fach Khoekhoegowab oder kurz KhoeKhoe (phonetisch: Koi Koi). So heißt diese Sprache. Und es war wirklich nicht einfach. Ansonsten haben die Damaras schöne Kleider, die ganz bunt aus vielen Stoffquadraten genäht sind. Ich durfte selber auch im Fach Handarbeit etwas im Damarastil herstellen.  

Viele Damara haben diese traditionelle Kleidung auch wirklich im Alltag getragen.


SAN
Die San werden auch Buschmänner genannt – auch die Frauen! Sie sind ein Volk, dass, wie man am Namen schon erkennen kann, früher einmal im Busch gelebt hat. Redet man in Afrika vom „Busch“ so meint man die typisch südafrikanische Strauch- und Buschsavanne – die Kalahari. Es gibt auch noch heute ein paar San, die noch so authentisch leben wie früher, jedoch überwiegen, um den Touristen ihre Kultur näher zu bringen. Sie sind sehr klein, stark mit der Natur und den Tieren verbunden, haben viele Traditionen und tragen viele Ketten. Als Kleidung haben sie nur einen Lendenschutz. Die Männer sind auf die Jagd spezialisiert. 


COLOURED PEOPLE
Eine weitere Bevölkerungsgruppe wird als „Coloured People“ bezeichnet.  Sie sind Mischlinge von europäischen Einwanderer und afrikanischen Volksgruppen. Ihre Hautfarbe ist deshalb nicht so dunkel, wie die vieler anderer afrikanischer Stämme. Sie sprechen Afrikaans, was ich auch als  Fach in der Schule hatte. Afrikaans ist unter den Einflüssen niederländischer Besetzer entstanden und damit der holländischen Sprache sehr ähnlich. Man spricht z.B. das „G“ wie ein „CH“ aus.

Die „Coloured“ habe ich als sehr nettes und freundliches Volk empfunden. Afrikaans ist eine meiner absoluten Lieblingssprachen. 


HIMBA
Die Himba wohnen weit oben im Norden von Namibia – dem riesigen und kaum erschlossenen Kaokaland. Als Schutz vor der Sonne schmieren sich die Himba Frauen eine rote Paste auf die Haut und sogar in die Haare. Sie tragen ebenfalls viel Schmuck Felle und einen Lendenschutz. Da wir nie im Himba Gebiet waren, in dem sie noch in ursprünglicher Weise leben, weiß ich leider nicht ganz so viel über ihren Stamm. Man sieht sie aber auch vereinzelt in der Hauptstadt und in anderen Regionen. Allerdings sollen einige sich nur als Himba verkleidet haben und als solche ausgeben, um Touristen anzulocken. 


DEUTSCH-SÜDWESTLER
Da Namibia früher einmal eine Deutsche Kolonie war, findet man auch heute noch viele Deutsche in Namibia, die dort wohnen. Und weil sie damals halt mit Namibia den Südwesten Afrikas besetzt hatten, nennt man sie heute noch „Deutsch Südwestler“. Die sind eigentlich genauso wie wir hier in Deutschland – und ihr wisst ja sicherlich,  wie die Deutschen so sind, oder auch nicht ? Naja, die Amerikaner behaupten,  wir hängen uns Gewürzgurken in die Tannenbäume 😄. Macht ihr das auch? Wir testen es vielleicht mal…


Swakopmund: Meer, Wüste, Bücher

Wenn man von Windhoek vier Stunden Richtung Osten fährt, erreicht man eine Stadt namens Swakopmund. Die Afrikaner sagen aber einfach  Swakop. Swakop liegt direkt am Meer und auch an der Wüste Namib. Diese ist die einzige Wüste auf der Erde, die direkt ins Meer übergeht. Es macht riesigen Spaß in der Wüste zu sein. Man kann dort sogar Kamelreiten oder Quad fahren. Ins Meer aber bin ich nicht gegangen, da es ziemlich kalt war.

Swakopmund selbst ist auch eine schöne Stadt. Es gibt dort ein paar Läden zum Bummeln und zum Glück auch zwei Buchläden. Und da in Namibia ja viele Deutsche leben, haben diese Buchhandlungen auch Bücher in deutscher Sprache.  Zum Glück – denn sonst wäre ich wahrscheinlich nie ein so großer Fan der Buchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ geworden. Denn ob man es glaubt oder nicht, dort in Swakop zwischen Wüste und Meer – weit weg von Deutschland –  bin ich auf diese Buchreihe gestoßen und habe seitdem keinen Band mehr verpasst. Da es aber auch viele englische Bücher in den Buchhandlungen in Swakop gibt, durfte auch ein englisch sprachiges Werk bei mir einziehen: Summer Stories von Enid Blyton!